Am Samstag, den 13 Juni 2015 pünktlich um 10:00 Uhr, startete die kleine Kapellenfahrt zu Zielen in die nähere Umgebung von Neuss.

30 Mitglieder waren erschienen, dazu kamen noch Karl Heinz Hüsken und Helmut Coenen, die als Mitorganisatoren mit eigenem PKW fuhren, um jeweils vor der Gruppe am Ort sein zu können. Wir selbst nahmen im RLT-Bus der Fa. Schröder mit Fahrer Lichtenhahn platz.

Erstes Etappenziel war die kleine barocke St. Nepomuk-Kapelle von Haus Horr, zwischen Neukirchen und Ramrath gelegen. Helmut Coenen öffnete uns die Dankeskapelle, erläuterte deren Geschichte, den Grund ihrer Errichtung mit Nepomuk-Patrozinium und ihre architektonische Bedeutung. Im Anschluss erlaubte uns die Besitzerfamilie Linzbach noch einen Blick auf ihr Herrenhaus zu werfen.

Weiter ging es dann durch die fruchtbaren Felder des Gilbachlandes nach Barrenstein zur spätgotischen Nikolaus-Kapelle, wo uns Karl Heinz Hüsken Herrn Vanderfurt als äußerst engagiertes dortiges Kirchenvorstandsmitglied vorstellte, der uns dann alles Wissenswerte über Geschichte, Instandsetzung und Pflege des wertvollen Denkmals in begeisternder Weise vortrug und die seltenen offen sichtbaren Reliquien der Gefährtinnen von Sankt Ursula zeigte.

Mit ein wenig Vorzeit trafen wir dann am Senioren-Wohnstift der Augustinerinnen in Wevelinghoven ein und hatten ausgiebig Zeit das historisch interessante Gelände mit dem an der Erft liegenden Burghügel, der Motte Wevelinghoven, als Keimzelle der früheren Stadt, zu erkunden. Helmut Coenen führte durch das sogenannte Denkhaus mit der zur Zeit laufenden Kunstausstellung.

Nachdem dann der Geschäftsführer der Sankt Augustinus-Kliniken, Herr Spichalski eingetroffen war, zeigte und erklärte dieser uns den Neubau des Senioren-Wohnstiftes und die erhaltene neugotische Kapelle. Bei ihrer Renovierung habe man zwei Buntglasfenster aus der Gründungszeit entdeckt, die, hinter Mauerwerk verborgen, den Krieg überstanden hatten. Die übrigen Fenster der schönen Kapelle waren im Krieg zerstört worden und sind von dem bekannten Neusser Künstler Peter Hermann Schütz neu geschaffen worden. Helmut Coenen berichtete über die Geschichte und den Auftrag der Kruchen-Stiftung, in deren Sinne letztendlich auch das jetzige Seniorenstift entstanden sei.

Bevor es dann zum gemeinsamen Mittagessen im neuen Restaurant des Stiftes ging, hielt Heinz Gilges in der Kapelle seinen Vortrag über Definition, Geschichte und Namensherkunft der Kapelle.

Auf der Rückfahrt nach Neuss wurde dann das letzte Etappenziel angesteuert. Die kleine 1952 von unserem Mitglied Heinz Gilges als Architekturstudent geplante Kriegergedächtniskapelle in Helpenstein.

Heinz Gilges begrüßte den Präsidenten der dortigen Kirmesgesellschaft, Herrn Martin Kluth, erläuterte kurz seine damaligen Planungsziele und übergab dann Herrn Kluth das Wort. Dieser trug dann ebenso begeisternd vor, wie Herr Vanderfurt in Barrenstein.

Das Kapellchen ist seinerzeit von der Helpensteiner Kirmesgesellschaft als Kriegergedächtnisstätte gebaut worden und wird seitdem von der Dorfgemeinschaft liebevoll gepflegt und gehegt. Vorher habe dort ein Bilderstock gestanden, der nun 100 Meter weiter einen neuen Standort gefunden habe. Herr Kluth berichtete auch über das Adelsgeschlecht derer von Helpenstein und vor allem von der Tochter des Harper von Helpenstein, die von der katholischen Kirche als heilige Hildegunde von Schönau verehrt wird. Ihr zur Erinnerung als Helpensteiner Mädchen habe die Kirmesgesellschaft die Stele neben der Kapelle errichten lassen.

Herr Manfred Kuhl hat jeweils an Ort und Stelle und zwischendurch im Bus alle Erläuterungen aus wissenschaftlicher Sicht ergänzt und in der Kapelle zum Abschluss des schönen Tages das gemeinsame „Ave Maria“ angestimmt. Im Bus erklärte er auch, was an Exkursionen im Herbst und für 2016 geplant ist.

Die Teilnehmer waren sichtlich überrascht, was für interessante Dinge, samt deren Geschichte und Geschichten „Drumherum“ und in bisher unbekannterweise in nächster Nähe zu entdecken sind.

Heinz Gilges als Organisator bedankte sich am Schluss für das gezeigte Interesse und den disziplinierten Umgang mit dem vorgegebenen Zeitplan.